Blick auf das Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim

Im Juli 1992 wurde die Tourist Information in Bockenheim hier am Haus der Deutschen Weinstraße eröffnet.

Rad-Tour durch die Verbandsgemeinde 2022

1. Rad-Tour durch die VG - Nachbericht

Am Sonntag, 21. August 2022, fand die 1. Radtour durch einen Teil der VG statt.

Rad-Tour-Karte von Obersülzen bis Obersülzen

17 km radeln und vieles sehen war das Motto

Geradelt wurde unter dem Motto

„Lernen Sie Ihre VG kennen"

über 50 Personen durch fünf Orte der VG Leiningerland und erfuhren viel Wissenswertes und Spannendes dabei.

Hans Scherer, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Leiningerland, begrüßt die Radler. Foto: Jürgen Esser/VGL


Treffpunkt war um 11 Uhr beim SV in Obersülzen. Danke an alle Teilnehmer für ihre Pünktlichkeit. Die Begrüßungsworte kamen vom Beigeordneten Hans Scherer (Foto) bevor Andreas Lehmann als Ortsbürgermeister von Obersülzen die Führung durch seinen Ort übernahm und mit allerlei Wissenswertem den Start der Tour würzte.

In Obersülzen ist Wein-, Acker-, Spargel- und Obstanbau traditionell vertreten. Einst von den Leininger Grafen in Besitz gehalten, fiel Obersülzen nach der Französischen Revolution an Bayern. Nach 1945 zum Landkreis Frankenthal gehörend, wurde der Ort 1972 der neugebildeten Verbandsgemeinde Grünstadt-Land zugeordnet. Die 1250 Jahresfeier findet 2024 statt.

Am Landfrauenbrunnen neben der Kirche. 


Nicht zu vergessen zu erwähnen ist der 6 km lange „Frösche-Rundweg“, der auch am Landfrauenbrunnen, direkt an der protestantischen Johannes-Kirche, erbaut 1766 als dreiseitiger Saalbau, vorbeiführt.

Das nächste Etappenziel war in Dirmstein, genannt die „Perle des Leiningerland“, der Soccerpark, wo Anfang August 22 die Fußball-Golf-Weltmeisterschaft mit über 300 Teilnehmern aus mehr als zehn Nationen stattgefunden hatte. Nach einer kurzen Erklärung, wie Fußball-Golf zu spielen sei, durfte jeder einmal sein Glück probieren. Es wurde viel gelacht und die bis dato sich nicht kennenden Radler wurden zu einem Pfälzer Team.

Soccerpark Dirmstein - Fußballgolf spannend und nicht zu unterschätzen.


An der Zweikirche Laurentius, die nach zwei vor Ort modifizierten Entwürfen von Balthasar Neumann durch Franz Rothermel errichtet worden war, wartete Frau Männchen auf die Radler, um nicht nur die Kirche zu erklären, sondern auch etwas von der Ortsgeschichte zu vermitteln. Fertiggestellt 1746 ist sie das einzige Gotteshaus aus der Barockzeit unter dessen Dach beide christlichen Konfessionen beheimatet sind und stellt, nahe dem Sturmfederschen Schloss, ein außergewöhnliches architektonisches Erbe da.

Frau A. Männchen erklärt die Besonderheiten der Zweikirche in Dirmstein.


In Dirmstein beginnt der „Gemüsegarten Deutschlands“ welcher ins Rebenmeer der Deutschen Weinstraße übergeht. Bereits im Jahr 842 muss die Gemeinde relativ groß gewesen sein. Später war Dirmstein zeitweise Heimat für 22 Adelsfamilien und Landsitz der Fürstbischöfliche von Worms.

An der Stelle auch ein großes Dankeschön an Frau Männchen und den Verein St. Michael für die Bewirtung und das Gläschen mit Dirmsteiner Wappen als Erinnerungsstück.

Am Schlossplatz holte die Gruppe der Gerolsheimer Ortsbürgermeister Weyer ab und radelte vorne weg gen Gerolsheim. Hier gab es eine weitere Stärkung für Leib und Seele im Rathaus.

Der Ort liegt am Rande des Palmbergrückens und wird dieses Jahr 1037 Jahre jung.

Die Gemarkung ist 481 ha groß und beinhaltet 95 ha Weinberge in bekannten Lagen, z.B. „Klosterweg” und „Lerchenspiel”. Im Bad Dürkheimer Forst besitzt die Gemeinde noch 57 ha Wald. Der größte Teil der Bevölkerung findet sein Einkommen in den nahen Industriegebieten Frankenthal und Ludwigshafen/Mannheim. In Gerolsheim selbst existieren Kleingewerbe, Bauern- und Winzerbetriebe.

OB Weyer vor seinem Rathaus.


Die 1958 gegründete Gebietswinzergenossenschaft Palmberg hat ihren Standort am Fuße des Palmbergs, je zur Hälfte auf Gerolsheimer und Laumersheimer Gemarkung liegend.

Die kirchliche Vergangenheit wird durch die im Ort vorhandenen Kirchen dokumentiert. Der Turm der katholischen Kirche, die St. Leodegar geweiht ist, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die protestantische Kirche wurde erst 1834/35 erbaut.

So voller Ortswissen radelten alle zusammen mit Ortbürgermeister Wieber weiter nach Laumersheim, einem Ort, der 1364 Stadtrechte erhalten und diese bereits Anfang des 15. Jahrhunderts leider wieder verloren hat. Auch hier wird in zwei Jahren die 1250 Jahrfeier stattfinden.

Herr OB Wieber gibt Auskunft zu der Grundschule und dem danebenliegenden Kindergarten.


Markant ist die Katholische Kirche St. Bartholomäus, einst 1258 als Kapelle und dann 1316 als Kirche in den Chroniken erwähnt. Ortsadel ist hier vom 12.-16. Jahrhundert belegt. Ein Schloss gibt es noch, was aber leider nicht zur Besichtigung stand.

Auf dem Palmberg, innerhalb der Laumersheimer Gemarkung, lag das Dorf Berghaselbach, es kam 1565 in kurpfälzischen Besitz und war schon 1733 verwaist. An Stelle des verschwundenen Ortes steht die katholische Kapelle zum Heiligen Kreuz, auch Palmenkapelle genannt, ein alter Wallfahrtsort.

Laumersheim ist der Geburtsort von Dr. J.C. Eberle, dem Erneuerer des Deutschen Sparkassenwesen und Begründer des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.

Vor der Dr. Christian Eberle Grundschule wurde darauf hingewiesen, dass nicht nur die Kinder aus Laumersheim, sondern auch aus Großkarlbach und Gerolsheim hier unterrichtet werden.

Was man nicht alles erfahren kann beim Radeln durch die VG!

Weiter führte die Tour nach Großkarlbach mit der Alten Dorfmühle und anderen Mühlen in der Kändelgasse, wo die Teilnehmer vom Bürgermeister Paul Schläfer begrüßt wurden.

Müde Radler an der Alten Dorfmühle in Großkarlbach.


Großkarlbach ging als keltisch-römisches-fränkisches Siedlungsgebiet bereits vor 774 in die Geschichte der Region ein, wo die erste urkundliche Erwähnung als „Karlebach“ zu verzeichnen ist. Den Ort prägten über Jahrhunderte die Landwirtschaft und das Handwerk, heute ist es jedoch immer mehr der Fremdenverkehr, Weinbau und Weinvermarktung.

Sieben Mühlen gab es einst im Ort, die letzte als solche erhaltene, die Alte Dorfmühle, wurde zum Museum, welches die Radler dann auch besichtigten, geführt von Herrn Budde, dem Besitzer der Rheinmühle, ebenfalls in der Kändelgasse gelegen.

Wussten Sie eigentlich, dass Sie sich in der Alten Dorfmühle auch trauen lassen können? (Foto)

Das Trauzimmer in der Alten Dorfmühle.


Über Schleichwege führte die Tour zurück nach Obersülzen, wo der Abschluss beim SV mit Kaffee, Kuchen und einem kühlen Getränk stattfand. Alle Radler sahen zufrieden aus – ob dies wegen der absolvierten Strecke oder dem neu erworbenen Wissen war, das blieb ihr Geheimnis.

Mal sehen, wo es als nächstes hingehen wird…. Mit mehr Radfahrstrecke? Mehr Steigung?  

Lassen Sie sich überraschen. Die nächste Tour soll im Frühjahr 2023 stattfinden und den Schwerpunkt aufs Radeln legen, das heißt mehr Kilometer (ca. 25-30) sollen zurückgelegt werden.