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Trinkwasser Carlsberg wird weiterhin gechlort

Trinkwasser in Carlsberg wird weiterhin gechlort

Bedingt durch das Auftreten von coliformen Keimen haben die Verbandsgemeindewerke Leiningerland im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt Neustadt seit dem 12.11.2021 im Versorgungsgebiet Carlsberg und Hertlingshausen das Trinkwasser bei der Einspeisung ins Ortsnetz bis zu einem Restgehalt von maximal 0,3 Milligramm pro Liter gechlort. Diese Konzentration bewegt sich innerhalb der, in der Trinkwasserverordnung festgelegten, Grenzwerte und garantiert eine einwandfreie bakteriologische Trinkwasserqualität. In den anderen Bereichen des Versorgungsgebietes der Verbandsgemeindewerke Leiningerland waren keine coliformen Keime vorhanden.

Die Chlorung wird seither begleitet von sehr engmaschigen Beprobungen der Tiefbrunnen, der Wasseraufbereitungsanlagen des Wasserwerks Carlsberg, der Wasserspeicheranlagen, sowie des gesamten Leitungsnetzes des genannten Versorgungsgebiets. Parallel dazu erfolgten umfangreiche Untersuchungen und intensive Nachforschungen nach der Ursache der Verunreinigung.

Die Untersuchungen ließen den Verdacht zu, dass die Verunreinigung auf eine unterirdisch verlaufende Überlaufleitung des Rohwasserbehälters zurückzuführen ist, der zwischen den Tiefbrunnen und dem Wasserwerk Carlsberg liegt und das geförderte Brunnenwasser vor der Zuführung zu den Aufbereitungsanlagen des Wasserwerks sammelt. Durch poröse Stellen dieser Überlaufleitung könnte Niederschlagswasser, das sich im Erdreich um den Rohwasserbehälter sammelte, in den Aufbereitungskreislauf des Wasserwerks eingedrungen sein und die Verunreinigung mit coliformen Keimen verursacht haben.

Nach der nun erfolgten Freilegung und Sanierung dieser Leitung wurde in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Neustadt die Chlorung kurzzeitig eingestellt und dabei weitere mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt, um die Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahme beurteilen zu können.

Leider ließ sich damit der Verdacht nicht vollständig erhärten, denn in zwei Kontrollproben wurde am 28.11.21 immer noch eine Verunreinigung nachgewiesen – wenngleich in der niedrigsten messbaren Konzentration in Höhe von 1 MPN/100ml (MPN = most probable number, statistisches Verfahren zur Abschätzung der Anzahl von Mikroorganismen in der Mikrobiologie).

Weil die deutsche Trinkwasserverordnung bei coliformen Keimen den Grenzwert von 0 MPN/100ml vorschreibt, muss sowohl die Chlorung als auch die Suche nach möglichen Ursachen der Verunreinigung fortgesetzt werden. Parallel dazu werden täglich engmaschige mikrobiologische Kontrolluntersuchungen nach Trinkwasserverordnung durchgeführt.

Die Grenzwertüberschreitung bzw. Suche nach deren Ursache kann noch einige Wochen andauern. Die Verbandsgemeindewerke Leiningerland werden darüber informieren, sobald die ursprüngliche Trinkwasserqualität wieder hergestellt ist und somit auf eine Chlorung verzichtet werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) REFA-Ing.

Ralf Keller
Werkleiter